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Es gibt ein paar Dinge, die Harry Holzheu gar nicht mag und von denen er abrät. Zum Beispiel Lawinen von PowerPoint-Slides. Oder ausformulierte Vortragsmanuskripte („Eine abgelesene Rede ist keine Rede, sondern eine Lese!“). Auch vor Gags warnt er, die können nämlich leicht in die Hose gehen. Der Rede-Stil, den er in seinem Buch sehr erfolgreich vermittelt, setzt auf längere Strecken freier Rede, eine individuelle Note durch Anekdoten, und ehrliche Ich-Botschaften. Er ermutigt seine Leser dazu, wegzugehen vom traditionellen nüchternen Vortragsstil: Wer den Mut hat, seine Gefühle auszusprechen, der weckt Sympathie und schafft es, zu bewegen und zu überzeugen. Menschen mit nackten Fakten zu beeindrucken ist sehr viel schwerer. Beruhigend ist besonders für Anfänger, dass es erst einmal gar nicht darauf ankommt, perfekt zu sein: „Ein Referent, der zu Beginn des Vortrags Lampenfieber hat, wird vom ersten Moment an von seinen Zuhörern getragen. Sie wollen ihm intuitiv helfen. Wenn ein Referent allzu selbstsicher beginnt, passiert genau das Gegenteil.“

Holzheus Buch ist so handlich und kompakt, dass man überrascht ist, wie viel es darin an Praxistipps zu entdecken gibt. Wie bereitet man sich richtig vor, indem man seine Ziele formuliert und sich an den Erwartungen des Publikums orientiert? Wie kombiniert man freie Rede mit Folien im richtigen Rhythmus? Wie optimiert man seine persönliche Wirkung, wie bleibt man mit persönlichen Markenzeichen in Erinnerung? Wie kontert man auf Angriffe aus dem Publikum? Voller Vertrauen, dass seine Leser es über kurz oder lang ins Fernsehen schaffen, liefert Holzheu sogar Hinweise, wie man mit einem Teleprompter klar kommt.

Natürlich befolgt Holzheu seine eigenen Tipps, und so liest sich das Buch ausgesprochen kurzweilig. Zum Beispiel, wenn er im Abschnitt über Ton, Licht und Belüftung von seinen skurrilen Erlebnissen mit Technikern und Hausmeistern berichtet.

Übungen gibt es im Buch wenige, aber am Ende jedes Kapitels sind die wichtigsten Tipps noch einmal zusammengefasst — in Frageform, damit man sie gleich als Checkliste für die eigene Vorbereitung verwenden kann. — Sylvia Englert

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