Kategorie Rhetorik
Eine Rede solle das Thema erschöpfen, nicht die Zuhörer, lautet ein bekannter Rat. Befolgt wird er leider nur selten: Jeder kann sich an Vorträge erinnern, in denen eine unlesbare Folie die nächste jagte, bunte PowerPoint-Grafiken nur mühsam den Mangel an klaren Aussagen kaschierten oder unter stoischer Missachtung des Publikums ein Redemanuskript viel zu schnell heruntergelesen wurde. Wo liegen die Ursachen dieser Rede-Misere? Christian Püttjer und Uwe Schnierda, erfahrene Karriere-Coaches, vermuten: in der weit verbreitenden Angst vor der öffentlichen Rede. Umfragen geben ihnen Recht: Nur vor Spinnen und vor großen Höhen haben die meisten Menschen noch mehr Angst als davor, einen Vortrag halten zu müssen.
Wer besser reden will, muss seine Redeangst besiegen, lautet daher das Kredo der Autoren. Mit isolierten Hinweisen zur Redetechnik oder zum Medieneinsatz ist es nicht getan. Konsequent widmen sie der Entkräftung typischer Redeängste ein längeres Einstiegskapitel. Da ist etwa die Angst vor dem Publikum, die dieses als Versammlung von Skeptikern und Feinden wahrnimmt, oder die Angst, nicht perfekt zu sein, die durch unrealistische Vorbilder geschürt wird. Püttjer und Schnierda stehen in der Tradition der Verhaltenstherapie: Wer sich seinen Ängsten stellt, kann sie Schritt für Schritt durch gezielte Maßnahmen überwinden. Fundierte Hilfestellung bekommt der Leser in Kapiteln zum Umgang mit dem Publikum, zur geschickten Formulierung der eigenen Argumente, zur überzeugenden Körpersprache und zum Umgang mit Störungen. Das Abschlusskapitel überzeugt mit präzisen Tipps für konkrete berufliche Situationen — von der Verkaufspräsentation bis zum Überbringen schlechter Nachrichten.
Püttjer und Schnierda ist ein pointiert geschriebener, gut lesbarer Ratgeber gelungen, der das Rede-Übel energisch an der Wurzel packt. Dabei profitiert der Band von der Coaching-Erfahrung seiner Autoren, die in zahlreichen Praxisbeispielen verarbeitet wird. Gezielte Übungen — etwa zur emotionalen versus sachlichen Formulierung von Argumenten oder zur Präzisierung der eigenen Vortragsziele — runden das Buch ab. Sehr empfehlenswert! –Dr. Petra Begemann
Wohlgemut und siegessicher geht es in die Verhandlung — und dann kommt doch alles ganz anders als geplant. Was ist passiert? Der Gesprächspartner hat vielleicht — für den Verhandlungspartner unbewusst — manipuliert, ein taktischer Schulterschluss ist aufgelöst worden: Der “Unterlegene” ist schlicht heimlichen Spielregeln der Verhandlungskunst ins Messer gelaufen. Damit Sie wissen, wie diese Regeln funktionieren und diese trainieren und anzuwenden lernen, gibt es dieses Buch von Püttjer und Schnierda.
Der Leser erfährt auf rund 180 Seiten, wo die typischen Fehler liegen, wie eine Verhandlung richtig gestartet wird und wie geschickt auf Einwände reagiert werden kann. So gibt es schon bei der Begrüßung Sympathiepunkte durch Körpersprache und passende Einstiegssätze, die die Atmosphäre entspannen und ein “Wir-Gefühl” hervorrufen. Aber auch durch die Körpersprache des Gegenübers und dessen Wortwahl lassen sich Rückschlüsse auf eine sinnvolle weitere Verhandlungstaktik ziehen.
An vielen Beispielen erläutern die Autoren die zuvor theoretisch erörterten Bezugsbereiche in einem Gespräch. Gut gemacht: Merksätze am Rand erleichtern das schnelle Rekapitulieren des Gelesenen und Erlernten. Eine Zusammenfassung am Ende eines jeden Kapitels stellt noch einmal die Kernaussagen heraus. Und auch Übungen sowie eine Menge praktischer Tipps sind für einen Lernerfolg vorhanden. Die Beispiele stammen aus bekannten Situationen, etwa einem Messebesuch, oder den Beratungserfahrungen der beiden Kommunikationsexperten und sind leicht nachzuvollziehen.
Das Buch ist sehr lesefreundlich geschrieben, gut strukturiert aufgebaut und praxisnah gehalten. So eignet es sich für die kurze Lektüre in der Arbeitspause genauso wie für ein intensiveres Studium in ruhiger Zeit. Die wertvollen Erkenntnisse sind dazu angetan, die nächste schwierige Verhandlungsrunde besser ablaufen zu lassen. Sehr empfehlenswert. –Horst-Joachim Hoffmann
Die heimlichen Spielregeln der Verhandlung: So trainieren Sie Ihre Überzeugungskraft









