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Die bekannte Management-Trainerin Vera F. Birkenbihl hat dieses Mal kräftig hingelangt. In ihrem neuen Buch, das nach einigen kleineren Fingerübungen endlich wieder grundlegende Fragestellungen behandelt, liest sie den Führungskräften und Bossen sauber die Leviten. Diese sollten nicht immer nur auf Controlling, Finanzquartalsberichte und Bilanzen starren, sondern endlich über die menschlichen Dinge nachdenken und von Grund auf verstehen lernen, wie ihre Firmen ticken. Und sie sollten endlich mit den richtigen Methoden ihr wahres Potential zu Tage fördern.

Schuld sind für Birkenbihl die großen, anonymen Firmen, in denen anonyme Massenprodukte für anonyme Massenkunden produziert wurden und anonyme Massenmanager das Geschäft verwalten. Leute, die alle zwei, drei Jahre zu einer anderen Firma wechseln, weil sie nur ihre persönliche Karriere im Blick haben. Der dahinter liegende Widerspruch: Manager sorgen zwar für propere Gewinne, setzen aber gleichzeitig immer mehr Mitarbeiter vor die Tür. Der Holzweg! Gutes Management hingegen beginnt mit gutem Selbstmanagement. Also mit der Einschätzung, ob man überhaupt für den Job taugt. Dafür gibt es Methoden und Werkzeuge. Zum Beispiel das Management-Grid von Blake und Mouton, einer Methode zur Fremd- und Selbstbeurteilung. Wer nach diesem Test hohe soziale Kompetenzen mitbringt, ist in Managementpositionen bestens aufgehoben. Und nicht, weil er durch Vitamin B oder Aussitzen nach oben kommt.

Die Kernkompetenz für Manager ist der künftige Umgang mit Wissen. Das Wissenszeitalter erfordert andere Schlüsselqualifikationen und Fertigkeiten als bisher. Wir müssen, so Birkenbihl, ständig lernen und lehren. Wir müssen uns mit lebenslangem Lernen befassen. Wir müssen aber auch endlich im Servicezeitalter ankommen, das heißt, die Einstellung zur Dienstleistung und zum Kunden hinterfragen. Viel Zeit dafür hat das Management für Birkenbihl nicht mehr. Denn alle sechs Jahre verdoppelt die Menschheit ihr Wissen, und alle vier Jahre die Zahl der Menschen, die bewusster leben möchten. Wer also als Firma für die Zukunft gerüstet sein will, muss genau an diesen Schlüsselstellen ansetzen: bei Wissensmanagement und Selbstmanagement. —Peter Felixberger

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